Willkommen Pfarrer Eike Thies!

Zum 1. Januar 2018 wird mit 30 Prozent Stellenumfang der Pfarrer im Entsendungsdienst Eike Thies in unserer Gemeinde als zusätzlicher Pfarrer beginnen. Seine anderen Stellenanteile wird er in der Friedenskirche Niederschönhausen und im „Haus der Familie“ wahrnehmen. Seinen ersten Gottesdienst in unserer Gemeinde wird er am 14. Januar 2018 im Lutherhaus halten, seine Einführung durch den Superintendenten Kirchner wird am 4 Februar 2018 in der Friedenskirche Niederschönhausen stattfinden.
Wir heißen Pfarrer Thies in unserer Gemeinde willkommen und geben ihm die Möglichkeit sich hier kurz vorzustellen.

Das Eigentümliche am Anfang ist ja, dass er schon angefangen hat, wenn über ihn gesprochen wird. Der Anfang selbst findet nicht statt. Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, heißt es. Und das Eigentümliche am Anfang ist auch sein Zauber. Weil er dem, was bereits angefangen hat, eine Kraft zuspricht. Die Kraft zuspricht, etwas Neues zu sein, etwas noch nicht Dagewesenes. Niemals. Eben etwas gänzlich Neues. Eben zauberhaft.

Am 1. Januar 2018 fange ich an. Und diesem Anfang wohnt ein eigentümlicher Zauber inne. Denn ich fange nicht nur meinen Dienst als Pfarrer im Kirchenkreis Nord-Ost an, sondern ich werde überhaupt das erste Mal als Pfarrer tätig sein.

Liebe Gemeinde,

mein Name ist Eike Thies. Ab dem 1. Januar 2018 werde ich für die kommenden zwei Jahre in der Friedenskirche in Niederschönhausen und in der Ev. Kirchengemeinde Lutherhaus-Nordend als Pfarrer im Entsendungsdienst tätig sein.

Studiert habe ich Ev. Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nur in Berlin – und hier bin ich sogar geboren. Ich habe allerdings nicht immer in Berlin gelebt. Meine Eltern sind Mitte der Neunziger in das letzte Dorf der Prignitz gezogen – und ich musste mit. Weil die nächste Schule schon über die Landesgrenze in Mecklenburg-Vorpommern lag, bin ich zunächst in Grabow und dann in Ludwigslust zur Schule gegangen. Der Vorteil in Grabow zur Schule zu gehen, liegt ja auf der Hand. Der Fabrikverkauf der Grabower Küsschen war nie weit weg. Ich erzähle auch von der Schulzeit, weil hier der Entschluss zur Theologie und schließlich auch zum Pfarramt gefallen ist. Damals nahm also alles seinen Anfang. Ich spazierte gerade mit meinen Geschwistern – es war nachts – vom Osterfeuer des Nachbardorfes nach Hause, da traf es mich wie der Blitz und ich sagte: Theologie. Ich muss das machen. Und Pfarrer. Ich möchte Pfarrer werden. Ich blickte in die fragenden Augen meiner Brüder und Schwestern, zumindest meine ich, dass sie fragend blickten. Das Eigentümliche am Anfang ist ja, dass er, weil er ja nicht stattfindet, uns nur im Mythos oder in Erzählungen begegnet. Das also ist mein Anfangs-Mythos.

Nach Schule und Studium folgte schließlich das Vikariat in der Hoffnungskirche in Neu-Tegel. Eine Zeit voller Anfänge: Das erste Mal Gottesdienst feiern, das erste Mal beerdigen, das erste Mal taufen. Mir ist es dabei wichtig geworden, über meinen Glauben in einer pluralen Welt auskunftsfähig zu sein und gleichsam alle, die nicht so glauben wie ich, mit echter Toleranz zu begegnen. In dem Wissen nämlich, dass das Evangelium im Wechselschritt erkundet werden will und ich in dieser Schrittfolge auch Unterschiede ertragen kann. Gleichsam weiß ich mich vom Evangelium getragen und mich in die Nachfolge Jesu gerufen, der Welt mit Gottes Augen zu begegnen: Immer neu nämlich. Ich setze mich für den jüdisch-christlichen Dialog ein und begreife beide Religionen als Geschwister. Ich liebe es, ein gutes Glas Wein zu trinken und lege viel Wert auf einen wirklich guten Kaffee. Berlin sei Dank, komme ich hier auch auf meine Kosten.

Ich freue mich sehr, in Pankow und damit auch im Kirchenkreis Nord-Ost meinen Dienst zu beginnen. Schon viele Jahre wohne ich mit meiner Frau zusammen in einer kleinen Wohnung ganz um die Ecke in Gesundbrunnen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Ihnen Gottesdienste zu feiern, zu beten, zu lachen und zu weinen. Ich freue mich, sagen zu können: In Pankow: Da hat es damals angefangen.

Ihr Pfarrer i.E. Eike Thies